Chadô – Der japanische Teeweg

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Die Geschichte des japanischen Tee-Weges (Chadô) in der Form der Tee-Zeremonie (chanoyu) ist eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden. Japanische Mönche reisten nach China um dort den Buddhismus zu studieren. Bei ihrer Rückkehr brachten sie auch die Teepflanze mit nach Japan. So wurde in der Nara-Zeit (709–784) der aus China importierte Tee erstmals von buddhistischen Mönchen getrunken, die das neue Getränk zunächst als Medizin verwendeten.

Der buddhistische Abt Eisai verfasste die erste japanische Abhandlung über Tee. Eisai beschreibt nicht nur die heilsamen Einflüsse des Tees auf die Gesundheit, sondern gibt zugleich genaue Vorschriften über die Zubereitung und die Art, wie man den Tee trinken müsse. So erhebt er das Teetrinken zu einer religiösen Handlung mit Gongschlagen und Weihrauchbrennen. Bis zum heutigen Tag hat die Teezeremonie etwas von diesem religiösen Ursprung bewahrt.

Aus den verschiedenen Formen des Tee-Trinkens, die insbesondere in den buddhistischen Klöstern gepflegt wurden, entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert in den Zen-Klöstern die Tee-Zeremonie. Die Tee-Zeremonie erhielt ihre vollendete Gestaltung unter Sen no Rikyu im 16. Jahrhundert. Dieser im Zen geschulte Teemeister hat eine äußerst schlichte Form der Tee-Zeremonie „wabicha“ (侘び茶) –  Tee des stillen Geschmacks – entwickelt.

Die Teezeremonie wird nach festgelegten Abläufen mit höchste Achtsamkeit zelebriert, bei der Gastgeber und Gäste sich bemühen, eine Atmosphäre zu schaffen, die nach den Leitbegriffen der Tee-Zeremonie ausgerichtet ist: Harmonie, Ehrfurcht, Reinheit, Stille. Das Ziel der Tee-Zeremonie liegt auf einer Linie mit der Zen-Meditation: die Übung von Achtsamkeit und die Schärfung unserer Wahrnehmung führt zu einem vertieften Bewusstsein. Chadô ist ein lebenslanger Übungsweg mit ähnlichen Zielen wie die Zen-Meditation: Entwicklung von Gelassenheit, innere Freude und Mitgefühl.japanischer-teeraum-feuerstelle


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Die vier Wesensmerkmale des  Chadô: WA – KEI – SEI – JAKU

Wa – die Harmonie, Harmonie ist Vorraussetzung und Ziel eine gute Teezusammenkunft, es ist wohl das schwerste Unterfangen im Teeraum, denn Harmonie entsteht in Wechselwirkung, und kann weder nur von Gastgeber oder Gast einseitig herbei gesehnt werden.

Kei– der Respekt, unsere Gäste (Mitmenschen) sollten wir stets mit aufrichtigem Respekt entgegnen.

Sei – die Reinheit, beim Teemachen sollte unser Herz ( Absicht) rein sein ( keine Absicht enthalten)

Jaku – die Stille, kein gesprochene Wort ist mehr notwendig, wenn Wa, Kei, Sei , gegenwärtig ist, im Teeraum herrscht dann eine natürliche friedvolle Stille.

Gast und Gastgeber gemeinsam beim Tee,
beide sind ruhig
und nichts trennt ihre Herzen.
(Sen no Rikyû)

In Verbindung mit den Gedanken des Zen-Buddhismus ist Chadô auch eine Art Lebensphilosophie. Die Essenz des japanischen Teewegs ist Bewusstseinsschulung.

Eine große Auswahl an japanische Tee Zeremonien Gesschirr und Matcha finden Sie bei uns im Teehaus.

Eng verbunden mit dem japanischen Teeweg sind die handwerklichen Künste zur Herstellung von Tetsubin (japanischen Gusseisenkanne), Tatami (Reisstrohmatten), die japanische Gartengestaltung sowie Zazen (Meditationstechnik des Zen-Buddhismus).