Tee & Taoismus

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WUWEI – dem TAO zugewandt
Wer das Lernen übt, vermehrt täglich
Wer das TAO (Weg) übt, vermindert täglich.
Man vermindert und vermindert,
Bis man schließlich beim Nichtstun ankommt –
Beim Nichtstun bleibt nichts ungetan.

WUWEI – absichtslose Handeln, kein Handeln gegen die Natur

Wu Wei – wortwörtliche Übersetzung „nicht Handeln“ (auch absichtslose Handeln ), nicht zu verwechseln mit “ Nichtstun bzw. Faulsein“, sondern es bedeutet kein Handeln gegen die eigene Natur, kein Handeln aus purer Berechnung und mit der Absicht längerfristig sich eigene Vorteile zu verschaffen. Den Gesetzen des WuWei zu folgen heißt, frei von Angst, Sorge, Anspannung und Habgier zu sein, denn es geschieht alles was geschehen muss. Alles nimmt seinen natürlichen Lauf und man steht alles gelassen gegenüber, wenn man sich von der eigenen Natur nicht getrennt ist.

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Angelehnt an die Philosophie des WuWei ist die Teephilosophie “ Wu Woi Cha Hui“ enstanden. Übersetzt heißt es: „Ein Teezusammenkunft ohne Ich (EGO)“. Das Teehaus Artee bietet regelmäßige Unterricht in „Wo Woi Cha Hui“ an. Der Unterricht beginnt mit der regelmäßigen Teilnahme an der Morgenzeremonie und kann mit dem – mehrtägigen intensiv Teeseminar, das einmal im Jahr stattfindet, vertieft werden.

 

 


Tee und Taoismus

Das Wort „Tao“ entstammt aus dem Taoismus, ein berühmter Vertreter des Taoismus war Lao Tse. Er verfasste all sein Wissen über das Tao in 5000 Worteim Werk „Tao Te Ching“ (auch: Daodejing). Die Sätze sind in knappen Worte gefaßt und verführen den Leser und Übersetzer zur eigenen Interpretationen. Aber ganz unmissverständlich betonte er darin immer wieder, „Es sei unklug, nach Reichtum und Bekannheit zu streben, einfach und anspruchslos im Einklang mit der Natur zu leben sei der wahre Weg“.

Er preiste besonders die Natur des Wassers, der Mensch soll so weich und gütig sein wie das Wasser, es gibt nichts weicheres und schwächeres als das Wasser und doch erreicht das Wasser immer sein Ziel. Das Geheimnis des Lebens besteht im Hinnehmen der Dinge, die Dinge ohne Urteil und Unterscheidung zu akzeptieren ohne einzugreifen. Nach Lao Tse gibt es ohne Häßlichkeit keine Schönheit, ohne Böse kein Gutes, ohne Tot kein Leben. Stärke enthält auch Schwäche, kein Geben ohne Nehmen. Kein Sturm weht ewig, kein Regen fällt unaufhörlich, warum sich sorgen! Neben Toleranz und duldsames Hinnehmen, soll der Mensch auch anspruchslos und still sein, diese Verhaltensregel erklärte er so, dass Farben blenden, Töne betäuben, üppiges Essen den Gaumen verdirbt, Genüsse verwirren, Gier nach Reichtum korrumpiert. Nichts ist schlimmer als eine Unzahl an Wünschen, Lust und Gier beeinträchtigen die Seelenruhe. Dort wo dies vermieden wird, bleibt alles rein und unversehrt. Der Mensch, der gelernt hat sich von Sorge und Begierden loszulösen, kultiviert die Stille.

Das entscheidende Element in der Teekunst liegt in der Stille. Aus der Stille Kraft und Klarheit schaffen, aus der Stille, eine Atmosphäre von Ungezwungenheit, Gelassenheit, Entspannung und äußerste Einfachheit schaffen.