Tee und Zen – ein Geschmack

Gong Fu Cha Morgenteezeremonie 15.03.2020

Der Mönch Kwangsok schrieb: „Wie kann man über Tee sprechen, ohne etwas von Meditation zu verstehen? Tee und Meditation hinterlassen denselben Geschmack – den Geschmack von LIEBE und MITGEFÜHL, die das Ergebnis von Harmonie und Gleichmut sind.“
Die Natur des Tees ist Einfachheit, Bescheidenheit, Klarheit, Harmonie und Stille.Diese zu verstehen bedeutet mit jeder Tasse Tee diese Tugenden in den eigenen Alltag zu integrieren. Eine gute Tasse Tee ist dabei Ausdruck umfassender Harmonie und Achtsamkeit.

In der Stille des Tao liegt des Teewegs Urgrund : Fortwährendes Üben am Teeweg hilft dem Bewusstsein an Tiefe zu gewinnen. Der Geist wird wacher und der Blick wird klarer. Trink eine Tasse Tee und werde bewusster!

Chinesische Teezeremonie Gong Fu Cha (工夫茶)

Die chinesische Teezeremonie – Erkenntnis aus der Stille. Erkenntnis aus der Stille ist gleichzusetzen mit „Bewusstsein“. Wir atmen bewusst. Wir trinken den Tee bewusst. Wir schweigen und reden bewusst. Wir denken bewusst und praktizieren das Nichtdenken bewusst.

teekanne

Die Stille ist ein wesentlicher Teil der chinesischen Teezeremonie. Während der Teezeremonie wird nicht gesprochen. Nicht das Vermitteln von Teewissen steht hier im Vordergrund, sondern das Erlangen von Erkenntnissen aus der Stille.

Die wortlose Verbeugung – Ausdruck von Respekt und Dankbarkeit.

 

In der Teezeremonie drückt man Respekt und Dank aus, indem man vor einander den Kopf senkt. Dies erschöpft sich nicht nur in einem einfachen Austausch von Höflichkeiten. Man senkt den Kopf voreinander und bricht so das eigene ICH, macht sich gegenseitig das ICH zu Nichts, kehrt kurz dorthin zurück, wo weder ICH noch DU sind, wo weder ein SELBST noch ein ANDERE ist, und wendet sich von dort aus erneut einander zu. Dieses natürliche „ SO- SEIN“ wird zum anfänglichen gemeinschaftlichen „ ICHLOSEN“ Umganges.

Textquelle: Textauszug aus dem Buch von Steffen Döll:“Wozu also suchen?: Zur Einführung in das Denken von Ueda Shizuteru “

Das Verbeugen hilft uns, unsere selbstbezogenen Gedanken auszuschalten.
Das ist nicht so einfach. Es ist schwer, diese Vorstellungen loszuwerden, und das Verbeugen ist eine sehr wertvolle Übung. Nicht das Ergebnis ist das Entscheidende, was zählt ist das Bemühen, uns zu verbessern. Diese Übung hört nie auf.
     (Aus dem Buch “ Zen Geist – Anfänger Geist von Shunryu Suzuki Roshi„)

 

Terminübersicht:

Kostenbeitrag: Dana ( Freie Spende)
Veranstaltungsort: Teehaus Artee- Siebensterngasse 4, 1070 Wien
Anmeldung: Bitte per E-Mail oder via Kontaktformular.
Dauer: Je nach Verlauf dauern die Teezusammenkunft unterschiedlich lang – Bitte nehmen Sie sich ausreichend Zeit.

Die Teilnehmerzahl ist auf max. 5 Personen begrenzt. Nur durch viele gute Fügungen und aufrichtigem Bemühen kommt ein Termin für die Teezusammenkunft zustande. Daher richten Sie Ihre Anfrage per Email rechtzeitig an uns, wir werden Sie dann informieren, ob der Termin fix stattfindet, oder ob noch Plätze frei sind.

  • So
    15
    Mrz
    2020

    Gong Fu Cha Morgenteezeremonie

    7:30Teehaus artee

Zazen Morgenmeditation 15.03.2020 – Beginn 7.30 Uhr

In der Stille, am offenen Fenster, sitze ich in formeller Meditation,
trage mein Mönchsrobengewand.
Nabel und Nase in einer Linie, Ohren parallel zu den Schultern.
Mondlicht durchflutet den Raum; der Regen hat aufgehört.
Aber vom Dachvorsprung tropft es und tropft.
Vollkommen dieser Augenblick –
In der unermeßlichen Leere vertieft sich mein Verstehen.

Gute Freunde und hervorragende Lehrer – Bleib ihnen nah! Reichtum und Macht sind vergängliche Träume, Aber der Duft weiser Worte währt ewig. (Aus dem Buch “ Alle Dinge sind im Herzen von Meister Ryôkan„)

Zazen Meditation

Ist die Achtsamkeit (Meditation) eines Menschens nicht auf einen einzigen Punkt gerichtet, so wird er das wahre Wesen der tausend Dingen nie erkennen.

 

Teeraum

 

Im Meditationsraum von Teehaus Artee erforschen wir unser Sein in raumgebenden Momenten der Stille. Es mag Augenblicke geben, da ist uns die Stille befremdlich oder unangenehm. Denn in unserem Alltag definieren wir Stille als Leere und diese möchten wir füllen mit Aktivität. Erst wenn wir uns erlauben, uns dort niederzulassen, wo an der Oberfläche Leere herrscht, können wir entdecken was sich in diesem Raum noch verbirgt.

Daher bieten wir allen, die am chinesischen Teeweg interessiert sind, die Möglichkeit in Kombination mit der Teezeremonie, Meditation (Zazen) in unserem Meditationsraum zu üben. Wir meditieren gemeinsam 2x 25 Minuten.

Wir begeben uns in Mitten des eigenen Lärms in die Stille und praktizieren das  achtsame Sitzen um unsere Gedanken und unser Sein in der Gegenwart zu verankern.

 

Am besten ist es, zu praktizieren, ohne etwas zu sagen.
Wenn wir über den Weg sprechen, entstehen leicht Missverständnisse, weil der wahre Weg mindestens zwei Seiten hat, sowohl eine positive als auch eine negative Seite. Wir können nicht zugleich auf positive und negative Weise über etwas sprechen.
Daher ist es am Besten nichts zu sagen und nur zu praktizieren.
Eine Tasse Tee in höchster Achtsamkeit zu zubereiten und ihn mit einer Verbeugung zu überreichen kann schon der Weg sein. In der friedvollen Stille der Teezeremonie nützen wir die gemeinsame Zeit um die Stille (Sãnti), das Nichtdenkens (Acintã) und die Leerheit (Sunyatã) zu üben.

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